Index
Index
Session am 2. Barcamp Tag, Großer Saal 12.30 Uhr
Bessere Entscheidungen beim Technik-Kauf dank Gestalt-Psychologie
Eine kürzere, englischsprachige Version meines Vortrags in Form eines "Ignite Spark" könnt Ihr Euch auf YouTube anschauen. Die zugehörigen Präsentations-Folien stehen auf SpeakerDeck.
Gestalt-Gesetze
Das entscheidende Zitat von Wolfgang Köhler lautet: "Das Ganze ist anders als die Summe seiner Teile."
Damit ist gemeint, dass unser Gehirn einzelne visuelle oder auch akustische Eindrücke nach bestimmten Regeln zu Gesamt-"Gestalten" zusammenfügt. So nehmen wir beispielsweise gemäß dem "Gestalt-Gesetz der Geschlossenheit" vier nicht miteinander verbundene "L"-Linien als Quadrat wahr, wenn diese als Ecken eines Quadrates angeordnet sind.
Eine Liste der wichtigsten Gestalt-Gesetze findet sich auf der deutschen Wikipedia-Seite zur Gestalt-Psychologie.
In Bezug auf Benutzerfreundlichkeit lässt sich mit Hilfe dieser Gesetze analysieren, wie "aufgeräumt" die Benutzer-Oberfläche eines Gerätes oder Software-Programms ist, und wie dementsprechend einfach (oder schwierig) sich diese visuell erfassen und "navigieren" lässt.
Der Test vor Ort
Der entscheidende Punkt beim Kauf von High-Tech-Produkten ist, sich nicht von den Listen der Produkteigenschaften (ver)leiten zu lassen. Was nützen schließlich die tollsten Features, wenn Du beim besten Willen nicht erkennen kannst, wie diese überhaupt funktioneren?
Daher empfiehlt es sich, solche Produkte vor dem Kauf selbst anzutesten. Dazu schreibst Du Dir 3–5 Aufgaben auf, die Du mit dem Gerät erledigen möchtest.
Diese mögen durchaus banal erscheinen, wie z.B. das Tätigen eines Anrufs mit einem Handy, die Auswahl eines Sendekanals in einem Satelliten-Empfänger, oder das Erstellen eines Serienbriefes in einer Textverarbeitung, usw. Allzu oft entpuppen sich aber selbst solche einfachen Bedien-Vorgänge als erschreckend schwierig oder zumindest aufwändig, wenn das Design der Benutzer-Oberfläche nichts taugt.
Die Aufgaben von dieser Liste arbeitest Du im Geschäft "am lebenden Objekt" ab. Dabei kannst Du anhand der folgenden Check-Liste überprüfen, wie gut die Designer des Gerätes auf die Aspekte geachtet haben, die für die Benutzerfreundlichkeit wichtig sind:
(Diese Checkliste geht ursprünglich auf einen Vortrag von Jan Borchers, Professor an der RWTH Aachen, zurück. In "Ten Rules for Usable Technology" erkläre ich im Detail, was es mit den Regeln jeweils auf sich hat.)
Übrigens: Wenn Du wegen dieses Selber-Testens in einem Geschäft schräg angeschaut oder gar dumm angeredet wirst, solltest Du einen anderen Anbieter aussuchen. Wenn sich ein Geschäft vor Ort derart als Kistenschieber entlarvt, kannst Du eh gleich online bestellen. In dem Fall hast Du wenigstens noch ein bedingungsloses Umtauschrecht.
Buchtipp
Das Standardwerk als Einführung zum Thema ist Donald Normans "Design of Everyday Things".
Dieses Buch beschreibt, wie wir als Menschen unsere technischen Artefakte wahrnehmen und mit ihnen kommunizieren, und liefert etliche Beispiele dafür, dass selbst das Design vermeintlich einfachster Alltagsgegenstände wie Türklinken oder Telefonen gar nicht so simpel ist.
Schamlose Eigen-Werbung ;)
Auf meinem Blog, The UI Observatory, gibt es zahlreiche Artikel über gute, nicht ganz so gute, und schlicht miserable Benutzer-Oberflächen. Die beobachteten Produkte reichen von Haartrocknern über Smartphone-Apps bis zu komplexer Desktop-Software.
Bessere Entscheidungen beim Technik-Kauf dank Gestalt-Psychologie
Eine kürzere, englischsprachige Version meines Vortrags in Form eines "Ignite Spark" könnt Ihr Euch auf YouTube anschauen. Die zugehörigen Präsentations-Folien stehen auf SpeakerDeck.
Gestalt-Gesetze
Das entscheidende Zitat von Wolfgang Köhler lautet: "Das Ganze ist anders als die Summe seiner Teile."
Damit ist gemeint, dass unser Gehirn einzelne visuelle oder auch akustische Eindrücke nach bestimmten Regeln zu Gesamt-"Gestalten" zusammenfügt. So nehmen wir beispielsweise gemäß dem "Gestalt-Gesetz der Geschlossenheit" vier nicht miteinander verbundene "L"-Linien als Quadrat wahr, wenn diese als Ecken eines Quadrates angeordnet sind.
Eine Liste der wichtigsten Gestalt-Gesetze findet sich auf der deutschen Wikipedia-Seite zur Gestalt-Psychologie.
In Bezug auf Benutzerfreundlichkeit lässt sich mit Hilfe dieser Gesetze analysieren, wie "aufgeräumt" die Benutzer-Oberfläche eines Gerätes oder Software-Programms ist, und wie dementsprechend einfach (oder schwierig) sich diese visuell erfassen und "navigieren" lässt.
Der Test vor Ort
Der entscheidende Punkt beim Kauf von High-Tech-Produkten ist, sich nicht von den Listen der Produkteigenschaften (ver)leiten zu lassen. Was nützen schließlich die tollsten Features, wenn Du beim besten Willen nicht erkennen kannst, wie diese überhaupt funktioneren?
Daher empfiehlt es sich, solche Produkte vor dem Kauf selbst anzutesten. Dazu schreibst Du Dir 3–5 Aufgaben auf, die Du mit dem Gerät erledigen möchtest.
Diese mögen durchaus banal erscheinen, wie z.B. das Tätigen eines Anrufs mit einem Handy, die Auswahl eines Sendekanals in einem Satelliten-Empfänger, oder das Erstellen eines Serienbriefes in einer Textverarbeitung, usw. Allzu oft entpuppen sich aber selbst solche einfachen Bedien-Vorgänge als erschreckend schwierig oder zumindest aufwändig, wenn das Design der Benutzer-Oberfläche nichts taugt.
Die Aufgaben von dieser Liste arbeitest Du im Geschäft "am lebenden Objekt" ab. Dabei kannst Du anhand der folgenden Check-Liste überprüfen, wie gut die Designer des Gerätes auf die Aspekte geachtet haben, die für die Benutzerfreundlichkeit wichtig sind:
- Gestalt-Gesetze
- Einfachheit
- Einheitlichkeit
- Genügend Bedienelemente
- Sichtbarkeit & Rückmeldung
- Verständliche Sprache
- Natürliche Abbildung
- Dialog statt Monolog
- Fehlertoleranz
(Diese Checkliste geht ursprünglich auf einen Vortrag von Jan Borchers, Professor an der RWTH Aachen, zurück. In "Ten Rules for Usable Technology" erkläre ich im Detail, was es mit den Regeln jeweils auf sich hat.)
Übrigens: Wenn Du wegen dieses Selber-Testens in einem Geschäft schräg angeschaut oder gar dumm angeredet wirst, solltest Du einen anderen Anbieter aussuchen. Wenn sich ein Geschäft vor Ort derart als Kistenschieber entlarvt, kannst Du eh gleich online bestellen. In dem Fall hast Du wenigstens noch ein bedingungsloses Umtauschrecht.
Buchtipp
Das Standardwerk als Einführung zum Thema ist Donald Normans "Design of Everyday Things".
Dieses Buch beschreibt, wie wir als Menschen unsere technischen Artefakte wahrnehmen und mit ihnen kommunizieren, und liefert etliche Beispiele dafür, dass selbst das Design vermeintlich einfachster Alltagsgegenstände wie Türklinken oder Telefonen gar nicht so simpel ist.
Schamlose Eigen-Werbung ;)
Auf meinem Blog, The UI Observatory, gibt es zahlreiche Artikel über gute, nicht ganz so gute, und schlicht miserable Benutzer-Oberflächen. Die beobachteten Produkte reichen von Haartrocknern über Smartphone-Apps bis zu komplexer Desktop-Software.
Letzte Änderung von markus jakobs am 03.05.2012 um 00:11
Hier anmelden
Du bist noch kein Mitglied der Community?
alternative Logins
Melde dich alternativ mit deinem Zugang eines Drittanbieters an.
Suche
Community-Details
-
Suche nach:
Community-Name
Barcamp Düren 2012
1. Barcamp in Düren (bei Köln / Aachen)Dein Gastgeber ist
Online seit
29.04.2011
Mitglieder
Sprache
Deutsch

